Wenn Papi plötzlich Grill-Meister ist

14 Sprösslinge und neun Väter bei Quierschieder Ferien-Aktion "Väter zelten mit ihren Kindern" - Camp klappt reibungslos

- Von ELMAR MÜLLER -

Quierschied. Thomas Leidig ließ das Ganze gemütlich angehen. Er saß auf einer Bank auf dem Gelände des Schäferhundevereins Quierschied "Am Glück Auf", genehmigte sich erst einmal einen Schluck Radler. Seine Söhne Christian, 7, und Daniel, 9, tobten derweil auf dem Gelände. Sie hüpften auf der Springburg herum, spielten mit anderen Kindern Fußball, krabbelten über die Hürden, über die sonst die Hunde springen. Es war wie im Urlaub. Drei Tage lautete das Motto wieder: "Väter zelten mit ihren Kindern". Die Aktion stieg im Rahmen des Quierschieder Ferien-Programms. Organisator war der Verein "Groß für Klein".

Thomas Leidig war mit seinen Söhnen zum ersten Mal dabei. "Das ist eine ganz tolle Sache", lobte er. "Hier können sich die Kinder frei bewegen. Das Gelände ist für ein Zeltlager ideal." Und er hatte auch gleich einen Job für die drei Tage: Leidig wurde zum Grill-Meister ernannt.

Es war ganz schön was los am Freitagnachmittag auf dem Gelände des Schäferhundevereins. Eltern kamen angefahren, hatten ihre Kinder im Schlepptau. Aus den Kofferräumen der Autos kramten sie Luftmatratzen, Kissen, Decken und Plüschtiere - und bauten dann zusammen mit ihren Sprösslingen die Zelte auf. Es klappte alles einwandfrei. "Diesmal sind es nicht so viele Teilnehmer wie in den vergangenen Jahren", erklärte Annette Bost, die Chefin des Vereins. Ihre Stimme klang aber überhaupt nicht traurig. "Es sind diesmal nur 14 Kinder, zwölf Jungs und zwei Mädchen, und neun Väter", zählte sie auf. Und ergänzte nach dem Aufbau: "Es ist prima angelaufen. Es gab überhaupt keine Hektik diesmal." Und Kollegin Susanne Stähler freute sich über die engagierten Väter: "Die haben sich um die Arbeit gerissen. Das war einfach klasse." Da könnten sich manch' andere Väter ein Beispiel nehmen.

Die Aktion "Väter zelten mit Kindern" ist ein Hit im Quierschieder Ferien-Programm. Das erste Zeltlager war 1996. Damals zelteten im Garten von Maria Lessing in der Rosenstraße auf der Siedlung 40 Leute. Doch der Zuspruch wurde immer größer, der Platz zu klein. Der Verein "Groß für Klein", er organisiert das Ganze von Anfang an, fand mit dem Dressurplatz des Schäferhundevereins Quierschied ein geeignetes Gelände. Seit 1997 ist dort das Zeltlager.

Auch diesmal standen wieder viele Aktivitäten auf dem Programm. Beispielsweise die Dämmer-Wanderung rund um den Hühnerfelder Fischweiher. "Da mache ich die Führung", sagte der achtjährige Nicholas selbstbewusst. Und probierte schon mal seine Taschenlampe aus. "Nachher ist es dunkel und dann brauchen wir die", erklärte er.

Und was gab's sonst noch? Väter und Jungs organisierten ein Fußball-Turnier und Annette Bost eine Kinder-Olympiade. Vikar Klaus Busch kam auf das Gelände und feierte mit allen einen Feld-Gottesdienst. Abends am Lager-Feuer, da sang Bruno Alt mit Vätern und Kindern sowie mit Annette Bost und Susanne Stähler bekannte Volkslieder. Riesen-Spaß hatten alle beim Backen von Stockbrot am Feuer - und es schmeckte auch noch prima. Sonst bot die Küche Rostwürste und Schwenkbraten, Spaghetti Bolognese sowie Spießbraten mit Pommes. Die frischen Brötchen zum Frühstück kamen vom Café Eck, das auch die Kuchen spendierte. Denn den ganzen Tag an der frischen Luft, das machte Hunger. Alle wurden übrigens satt.


Ruckzuck aufgebaut Auf dem Gelände des Schäferhundevereins Quierschied organisierte der „Verein Groß für Klein" ein Zeltlager. Unter dem Motto „Väter zelten mit ihren Kindern" schlugen zwölf Jungs und zwei Mädchen mit ihren Papis ihre Zelte für drei Tage auf. Kevin, Manuel, Nicole (unten von links), Jan, Madelaine, Christian (Mitte von links), Matthias (oben) beobachten genau, wie Lothar Schäfer vor ihrem Zelt Heringe in den Boden treibt. FOTO: BECKER & BREDEL

Quelle: Saarbrücker Zeitung vom 17. Juli 2002

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